Schmerzen beim Sex – Was du dagegen tun kannst

Wenn Geschlechtsverkehr schmerzt, fühlen sich viele Frauen hilflos und alleine mit ihrem Problem. Jedoch sind etwa zehn Prozent der Frauen von Schmerzen beim Eindringen des Penis und/oder im weiteren Verlauf des Geschlechtsverkehrs betroffen. Schmerzen beim Sex und im Spezifischen beim Geschlechtsverkehr, sollte man auf keinen Fall hinnehmen. Sexualität sollte nicht weh tun, außer es sind Schmerzen, die als lustvoll erlebt werden.

Deswegen ist der erste Schritt mit seinem*seiner Partner*in über die Schmerzen zu sprechen und nicht still vor sich hinzuleiden. Also nicht das „Es geht noch, ich halt noch solange durch bis der andere kommt-Spiel“ spielen, sondern gleich stoppen. Das heißt nicht, dass man gleich den ganzen Sexualakt beenden muss, sondern man macht dort weiter wo es vorher noch lustvoll war.

Was können nun Ursachen dafür sein, wenn es beim Geschlechtsverkehr zu Schmerzen kommt? Vor allem aber, was kann man tun, um wieder lustvolle und vor allem schmerzfreie Sexualität genießen zu können?

Zeit nehmen bei der Sexualität und auf Feuchtigkeit achten

Oftmals bleibt im Alltag nicht genügend Zeit für die partnerschaftliche Sexualität, deswegen muss es schnell gehen. Aber vielleicht ist deine Vagina nicht sofort bereit den Penis aufzunehmen. Es bleibt zu wenig Zeit um in die volle Erregung zu kommen und Feuchtigkeit zu bilden. Wichtig dabei ist sich richtig zu entspannen, erregt zu sein und auch wirklich aufnahmebereit zu werden. Wie wichtig dabei der Beckenbodenmuskel ist, erfährst du beim Punkt Verkrampfter Beckenbodenmuskel.

Die Zeit, welche eine Frau braucht, um in die volle Erregung zu kommen und auch die Lust verspürt den Penis aufzunehmen, ist unterschiedlich. Viele Frauen sind es gewohnt, dass der Penis immer wieder zu früh eindringt, sodass sie nicht wissen wie lange sie wirklich brauchen würden, um für ihn bereit zu sein.
20 Minuten Sexualität in Form von Petting würden viele Frauen wollen und brauchen, bevor es zum Geschlechtsverkehr kommt. Jede Frau ist anders und jede sexuelle Situation ist anders, finde für dich den richtigen Zeitpunkt, wann du mit deiner Vagina etwas aufnehmen möchtest. Das können 5, 20 oder 40 Minuten sein, gib dir selbst die Zeit zu spüren, wann du soweit bist.

Es kann auch sein, dass du sehr erregt bist und trotzdem nicht genug Feuchtigkeit produzierst. Ebenso kann es auch sein, dass du wenig erregt bist aber sehr feucht bist. Grundsätzlich sagt deine vaginale Feuchtigkeit nichts über deine subjektiv empfundene Lust aus. Deswegen probiere Gleitgel mit guter Qualität aus, wenn du nicht genug Feuchtigkeit produzierst aber dir wünscht, Geschlechtsverkehr zu haben

Auf Zyklus und Sexstellung achten

Am Ende des Zyklus, bevor es zur Menstruation kommt, ist auch der weibliche Genitalbereich empfindlicher. Es kann sein, dass nicht alle Stellungen in den verschiedenen Zyklusphasen gleich angenehm sind.

Auch wenn dein Gegenüber mit einem größeren Penis ausgestattet ist, kann es bei manchen Stellungen unangenehm oder schmerzbelastet sein. Stellungen, in welcher der Penis nicht zu tief eindringen kann, sorgen dafür, dass der Penis nicht an den Muttermund stößt.

Gynäkologische Abklärung

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können viele unterschiedliche medizinische Ursachen haben. Von Infektionen, Pilze über Myome und Hauterkrankungen. Besprich mit deinem*deiner Frauenarzt*Frauenärztin deine Symptome und Schmerzen.

 

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Verkrampfter Beckenbodenmuskel

Du spürst deinen Beckenboden, jedes Mal, wenn du dringend auf die Toilette musst. Denn da spannt sich der Muskel an. Zu wissen, wo dein Beckenbodenmuskel liegt und dass du ihn auch bewusst an- und entspannen kannst, hilft dir auch in der Sexualität.

Es kann zu Schmerzen kommen, wenn deine Vagina noch nicht bereit für Geschlechtsverkehr ist. Die Beckenbodenmuskulatur verkrampft sich und es schmerzt, wenn ein Penis eindringt. Dies kann zu einem Teufelskreis werden. Wenn der Geschlechtsverkehr schmerzhaft war, dann hat man Angst vor dem nächsten Mal, dass es erneut weh tun könnte und die Scheide verkrampft durch die Angst wieder und es kommt erneut zu Schmerzen.

Deswegen ist es im ersten Schritt wichtig offen mit deinem*deiner Partner*in über die Schmerzen zu sprechen und aufzuhören, wenn es nicht mehr angenehm ist. Im zweiten Schritt helfen dir verschiedene Atem- und Beckenbodenmuskelübungen, deinen Beckenbodenmuskel besser wahrzunehmen.

Dadurch lernst du auch deinen Beckenbodenmuskel beim Eindringen des Penis in deine Vagina zu entspannen, um wieder lustvolle und schmerzlose Sexualität genießen zu können. Auch kannst du versuchen, Bewegung in dein Becken durch die Beckenschaukel oder Beckenkreisen zu bringen. Durch die Beckenschaukel bringst du allgemein mehr Bewegung in deinen Sex. Dadurch wird dein Geschlecht besser durchblutet, deine Erregung wird mehr werden und deine Vagina feuchter. Wenn du mehr über die Beckenschaukel erfahren willst, schaue bei lilli.ch vorbei.

traurige Frau am Bett
Schmerzen beim Sex können verzweifeln - du kannst aber etwas dagegen tun (Foto: Unsplash)

Nimm eine Sexualberatung in Anspruch

Wenn der*die Frauenärztin keine Auffälligkeiten findet, deine Schmerzen beim Sex weiterhin bestehen bleiben, dann findest du Hilfe bei einer Sexualberatung oder Sexualtherapie. Dabei gibt es verschiedene Konzepte. Das Konzept „Sexocorporel“ erzielt gut Ergebnisse, wenn Dyspareunie, also Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten.

Am Anfang werden dabei deine Grenzen und Kompetenzen in der Sexualität durch gezielte Fragen erarbeitet. Jeder Mensch hat eine eigene Sexualität, welcher einer bestimmten Logik folgt. Wenn man diese versteht, können individuelle Lernschritte ermöglicht werden. Durch verschiedene Atem- und Beckenübungen wird die Sexualität weiterentwickelt und verändert. In diesem Konzept wird von einer Einheit des Körpers und Geistes ausgegangen.

Vaginismus

Wenn deine Scheidenmuskulatur so stark und reflexartig verkrampft, dass weder ein Finger, Tampon oder sonst etwas einzuführen ist, spricht man von Vaginismus. Dabei wird von primärem und sekundärem Vaginismus unterschieden. Der primäre Vaginismus ist dadurch gekennzeichnet, dass der Beckenbodenmuskel reflexartig verkrampft, wenn etwas in die Scheide eingeführt werden möchte. Dadurch ist es unmöglich, einen Tampon einzuführen oder Geschlechtsverkehr zu haben. Ein sekundärer Vaginismus tritt oftmals nach einem einschneidenden negativen Erlebnis, wie beispielsweise einer extrem schmerzhaften Penetration oder Geburt, auf. Viele Folgebeschwerden, wie Kieferprobleme, Harnwegsinfekte uvm. können dabei auftreten.  Für viele Vaginismus- Betroffene Personen gehören auch Paarkonflikte über die Sexualität zum Alltag. Eine Sexualtherapie kann auch hier gute Ergebnisse erzielen.

Werde aktiv und sieh dir an wo, wann und wie deine Schmerzen auftreten.

Lass es gynäkologisch abklären und wenn du dich dabei unterstützen lassen möchtest, wieder in eine lustvolle Sexualität zu kommen, nimm eine Sexualberatung oder Sexualtherapie in Anspruch. Werde wieder Herrin über deine Sexualität.

Lustvolle Grüße Claudia

 

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