Asexuell oder lustlos? 5 prägnante Unterschiede

Du hast absolut keine Lust auf Sexualität und denkst darüber nach, asexuell zu sein? Du erfährst, was Asexualität genau ist und wie du es mit 5 prägnanten Unterschieden von einer Lustlosigkeit unterscheiden kannst.  

Asexuelle Menschen haben kein oder wenig Verlangen nach Sexualität mit anderen Menschen. Sie empfinden keine oder wenig sexuelle Anziehung und haben kein oder nur seltenes Interesse an sexueller Interaktion mit anderen Menschen.

Asexualität ist eine sexuelle Orientierung und löst bei der betroffenen Person keinen Leidensdruck aus.

Es sei denn, in der Partnerschaft kommt es immer wieder wegen fehlender Sexualität zu Problemen. Das fehlende Wissen und die fehlende Akzeptanz der Gesellschaft gegenüber asexuellen Menschen macht es den Betroffenen schwer.

Viele asexuelle Menschen merken in der Jugend, dass sie anders sind als ihre Mitschüler*innen.

»Die haben ständig geflirtet und sind mit 15 zum Frauenarzt gerannt, um sich die Pille verschreiben zu lassen.«, sagt Kati, 28 im Zeit online Interview.

Kati war im Orchester, fand dort Freunde, las viel und konnte nicht verstehen, was es war, dass die anderen so faszinierte. Nicht, dass sie etwas vermisste – »wenn man etwas nicht kennt, hat man auch nicht das Gefühl, etwas zu verpassen« –, aber sie fühlte sich als Außenseiterin.

Kann sich die Asexualität verändern?

Sexualität ist kein statischer Zustand, sondern kann sich im Laufe des Lebens verändern. Asexualität kann sich ebenfalls im Laufe des Lebens verändern, genauso wie andere sexuelle Orientierungen. Jedoch ist es auch durchaus möglich, dass sich am fehlenden Interesse an Sexualität nichts verändert.

Asexualität ist keine Krankheit und muss daher nicht behandelt werden.

»Ehrlich gesagt hatte ich auch nie das Gefühl, dass sie mein Problem war. Sie war einfach da, war ein Teil meiner Persönlichkeit, den ich irgendwie akzeptiert habe.« Kati über ihre Asexualität.

Jeder Mensch hat das Recht kein Interesse an der Sexualität zu haben.

Menschen mit geringem Interesse an Sexualität werden oftmals pathologisiert und als nicht normal angesehen. Das rührt vermutlich auch daher, dass lange Zeit die Sexualität als Trieb gesehen wurde. Vor allem für Männer gilt in vielen Gebieten noch, ein Mann will immer Sex. Wenn es dann anders ist, stößt dies oftmals auf Unverständnis.

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asexuell oder lustlos? Menschen mit geringem Interesse an Sexualität stoßen oftmals noch auf Unverständnis. (Foto: Pexels)

Asexuell Ursachen

Warum ein Mensch asexuell ist, dafür gibt es keine eindeutigen Ursachen oder Gründe. Erwachsene Menschen mit keinem Interesse an der Sexualität findet man in allen Bevölkerungsschichten und in jedem Alter.

Geschichte der Asexualität

Seit Ende der 90er Jahren kamen kleinere Internetseiten und Foren zum Thema Asexualität, jedoch erst der Amerikaner David Jay machte das Thema zum öffentlichen Diskurs. Davor gab es genauso asexuelle Menschen, doch erst durch das Internet kam es zu einer Vernetzung.

Arten von Asexualität

Jeder Mensch ist mit seiner Sexualität einzigartig, genauso ist jeder Mensch mit seiner Asexualität verschieden.

  • Ich möchte 4 Typen nennen, wie Asexualität auftreten kann:
  • Typ A: Sie spüren sexuelle Lust, aber keine Anziehung. Diese Menschen wissen, dass Sex theoretisch ein gutes Gefühl auslösen könnte, sie sehen darin jedoch keinen Grund, diesen mit anderen zu haben.
  • Typ B: Anziehung, aber keine sexuelle Lust. Diese Menschen fühlen sich intellektuell, geistig oder emotional zu anderen hingezogen. Sie können normale Liebe empfinden und durchaus körperliche Nähe, Kuscheln oder Küssen genießen. Allerdings haben sie aufgrund der geringen Libido nicht den Wunsch, mit dem*der Partner*in Sexualität zu leben.
  • Typ C: Sexuelle Lust und Anziehung. Diese Personen verspüren eine gewisse Erregung und haben grundsätzlich Interesse an sexueller Interaktion. Häufig empfinden sie Selbstbefriedigung als angenehm. Gleichzeitig sind sie in der Lage, tiefere Gefühle zu entwickeln. Sex mit dem*der Partner*in kommt jedoch nicht infrage, da sie darin eine Herabwürdigung des Anderen sehen würden.
  • Typ D: keine sexuelle Lust und keine Anziehung. Für diese Menschen ist Sex etwas Unangenehmes. Zwar können sie, im Rahmen von Freundschaften, emotionale Bindungen aufbauen, allerdings können sie sich nicht verlieben. Oft sehen diese Betroffenen zudem keinen Sinn in der Liebe. Dies wird auch als aromantisch bezeichnet.

* Quelle: https://www.ratgeber-maennerurologie.de/sexualitaet/asexualitaet/

Asexuelle Menschen und Beziehungen

Liebesbeziehungen zwischen asexuellen Menschen und allosexuellen Menschen, also Menschen mit Interesse am Sex, können genauso gut funktionieren als andere Beziehungen. Die Asexualität ist kein Grund dafür, dass die Beziehung scheitern muss. Natürlich muss sich der*die Partner*in von einer asexuellen Person darauf gefasst machen, dass Sex keine große Rolle in der Beziehung spielen wird. Wie die einzelnen Paare mit dieser Diskrepanz umgehen, ist individuell. Einige Paare führen eine offene Beziehung.

Manche asexuellen Menschen wünschen sich jedoch explizit eine Beziehung mit einem anderen asexuellen Menschen.

Weitere Arten von sexuellen Orientierungen:

Demisexuell: Diese Person verspürt erst eine sexuelle Anziehung, wenn sie eine emotionale Bindung zu diesem Menschen aufgebaut hat.

Gray Sexuell: Diese Person verspürt nur selten, wenig oder unregelmäßig sexuelle Anziehung.

Aromantisch: Diese Person empfindet keine romantische Anziehung zu einer anderen Person und hat kein Verlangen nach romantischen Beziehungen.

lgbtqia fahne - asexuell oder lustlos
In der LGBTQIA Community sind asexuelle Menschen ebenfalls vertreten. (Foto Pexels)

Was bedeutet sexuelle Lustlosigkeit?

Menschen mit Lustlosigkeit haben deutlich weniger Interesse an sexuellen Aktivitäten als sie es von sich gewohnt sind.

Die Lustlosigkeit kann durch verschiedene Gründe auftreten.

Stress, Überforderung, hormonelle Umstellung, lebensverändernde Ereignisse, Probleme beim Sex oder in der Partnerschaft, Zeitmangel oder chronische Krankheiten können Ursachen sein.

Meist fühlt sich der Sex für lustlose Menschen gut an und manchmal fragen sie sich, warum sie nicht öfter wollen. Doch der Alltag holt einem schnell wieder ein und Sex rutscht wieder ganz nach hinten in der Prioritätenliste.

 

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Es gibt Phasen im Leben, in denen Sex keine große Rolle spielt. Das ist auch normal und vollkommen in Ordnung. Wenn du jedoch unter deiner Lustlosigkeit leidest und die Intimität vermisst, ist es absolut ratsam, sich Hilfe zu holen. In meinem Blog habe ich unterschiedliche Ratgeber zum Thema sexuelle Unlust.

https://www.claudiajanu.at/sexuelle-unlust-ueberwinden/

https://www.claudiajanu.at/keine-lust-auf-sex-durch-stress/

https://www.claudiajanu.at/sexuelle-unlust-bei-frauen-9-gruende/

Ebenfalls kannst du dir medizinische Hilfe holen. Denn manches Mal kann es sein, dass deine Hormone für die Lustlosigkeit verantwortlich sind.

Wenn du individuell und tiefer an deinem Problem arbeiten möchtest, bietet sich eine Sexualberatung oder Sexualtherapie an.

Es kann aber auch sein, dass du generell wenig Lust auf Sex verspürst. Jeder Mensch ist dabei unterschiedlich. In Partnerschaften kommen zwei Menschen zusammen, welche unterschiedliche Bedürfnisse und Wünsche in der Sexualität mitbringen. Dies gilt auch für die Häufigkeit, wie oft Sexualität gelebt werden soll.

Ein offenes Gespräch mit dem*der Partner*in darüber, dass du generell wenig Lust auf Sex verspürst, kann dabei eine Erleichterung darstellen.

Jedoch ist dies für dein Gegenüber, mit mehr Lust auf Sex, ebenfalls eine schwierige Situation. Denn er*sie ist ständig in einer Warteposition und hofft, dass du Lust hast. Gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung der anderen Person sind dabei sehr wichtig, um zu einer guten Lösung oder einem Kompromiss zu kommen.

Bin ich asexuell oder lustlos? 5 prägnante Unterschiede zwischen Asexualität und Lustlosigkeit

  1. Asexuelle Menschen vermissen die Sexualität nicht. Für sie ist es ganz normal, keine Sexualität zu leben. Die Asexualität ist Teil ihrer Identität. Asexuelle verspüren meist keinen Leidensdruck, aufgrund ihres fehlenden Interesses an Sex. Jedoch kann das Umfeld oder das Gefühl „nicht normal“ zu sein, zu einem Leidensdruck führen. Menschen, welche unter ihrer Lustlosigkeit leiden, möchten prinzipiell gerne Sexualität leben, jedoch hindert sie ein Problem, Zeitmangel oder fehlende Leidenschaft daran.

2. Asexualität ist ein breites Spektrum, manche Menschen leben hin und wieder ihre Sexualität aus, andere nicht. Lustlose Menschen nehmen die Sexualität prinzipiell als etwas Lustvolles, intimes und erregendes wahr. Dies kann getrübt sein, wenn es schon viele Streitigkeiten über dieses Thema in der Sexualität gab. Jedoch ist für asexuelle Menschen die Sexualität mit neutralen oder negativen Gefühlen besetzt. Die Sexualität ist nichts Erstrebenswertes für sie

 

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3. Asexuelle Menschen finden andere Menschen ebenfalls attraktiv. Jedoch bleiben oftmals sexuelle Fantasien oder Vorstellungen, mit dieser Person intim zu werden, aus. Wenn du unsicher bist, ob du unter Asexualität oder Lustlosigkeit leidest, kannst du dir eine für dich schöne und sexuelle Fantasie ausdenken und spüren, was sich in deinem Körper tut.

 

Empfindest du gute Gefühle bei der Fantasie? Hast du sexuelle Gefühle dabei? Möchtest du die Fantasie ausleben? Was empfindest du, wenn du dir vorstellst, diese sexuelle Fantasie mit jemanden auszuleben? Wenn du prinzipiell eine sexuelle Erregung gut spürst und diese auch gerne mit einer anderen Person ausleben möchtest, oder zumindest neugierig auf diese sexuelle Erfahrung bist, kann es sein, dass du eher lustlos bist als asexuell.

4. Asexuelle Menschen kennen in der Regel kein Begehren nach Sexualität. Lustlose Menschen schon. Jedoch ist dies oftmals unter der Lustlosigkeit verborgen.

5. Allosexuelle Menschen haben grundsätzlich Spaß, Lust und Erregung bei der Sexualität. Natürlich kann dies durch verschiedene Umstände, wie sexuelle Funktionsstörungen, wenig Lust oder Hemmungen verringert werden. Du kannst dich selbst fragen: wenn du diese …. (sexuelle Funktionsstörung, wenig Lust, Orgasmusprobleme) in der Sexualität nicht hättest, wie würdest du die Sexualität dann empfinden?

Wenn du ohne dieses Problem mehr Interesse und Lust an der Sexualität hättest, wird es das sexuelle Problem sein, welches zu mangelnden Interesse und Lustlosigkeit führt. Wenn du dieses Problem professionell lösen möchtest, bietet dir eine Sexualtherapie Hilfe.

Asexualität sollte nicht verwechselt werden 

Der Psychologe Guido Gebauer hat eine Studie von www.Gleichklang.de über Asexualität ausgewertet und festgestellt, dass sich mehr als 40 Prozent der asexuellen Menschen irrtümlicherweise für asexuell halten. Deswegen ist es wichtig, Asexualität nicht mit anderen sexuellen Störungen oder Hemmungen gleichzusetzen. Asexuelle Menschen haben grundsätzlich kein Problem mit ihrem mangelnden Interesse an Sexualität. Asexualität wurde laut Gebauer verwechselt mit Demisexualität, mangelnde Gelegenheiten für Sexualität, sexuelle Funktionsstörungen oder Hemmungen bezüglich der Sexualität.

Egal wie du dich einordnest, es geht vorrangig um dich als Menschen. Wenn du einen Leidensdruck bezüglich deines fehlenden Interesses an Sexualität verspürst, sprich darüber, hole dir Hilfe oder tue Dinge, welche dir guttun.

Lustvolle Grüße Claudia

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