7 Mythen über die Vagina, welche sich seit Jahren halten

Einige Mythen rund um die Vagina, sind seit Jahren präsent. Viele wissen dabei nicht, dass es sich um eine Fehlinformation handelt. Ich möchte endlich mit den Mythen des Scheidenkrampfes, des G-Punktes und des Jungfernhäutchens aufräumen und klarstellen, wie es wirklich ist.

1. Der Penis kann in der Scheide stecken bleiben – Scheidenkrampf

Susi und Nico sind zusammen auf ihren ersten Paarurlaub am Meer. In der Nacht sind die beiden am Strand und haben Lust schwimmen zu gehen. Weil sie keine Badesachen haben, gehen sie nackt in das Meer. Die beiden bekommen nicht nur Lust zu schwimmen, sondern auch Lust aufeinander. Im Wasser haben sie Geschlechtsverkehr.

Plötzlich spürt Susi etwas an ihrem Bein, sie erschrickt so stark, dass ihre Scheide verkrampft. Nico versucht seinen Penis aus Susis Vagina herauszukommen doch sein bestes Stück steckt fest. Egal was er tut sein Penis bleibt in der Scheide von Susi. Mühevoll kommen sie an den Strand zurück. Sie schreien nach Hilfe, einige Menschen können sie hören und verständigen die Rettung. Susi bekommt eine Spritze, wodurch sich die verkrampfte Scheidenmuskulatur löst, dadurch kommt Nicos Penis endlich wieder frei.

Hast du solche eine oder eine ähnliche Geschichte schon einmal gehört?

Diese Geschichten sind alle ein Mythos, denn eine Vagina kann während des Geschlechtsverkehrs nicht so stark verkrampfen, dass der Penis nicht mehr raus kann. Dies ist anatomisch nicht möglich, da sich der Beckenbodenmuskel dabei nicht so stark verkrampfen kann.

Es gibt einen Scheidenkrampf, der sich Vaginismus nennt. Wenn Personen an Vaginismus leiden, ist ihr Beckenbodenmuskel immer stark verkrampft oder spannt sich stark an, wenn etwas in die Nähe des Scheideneingangs kommt. Es können weder Penis, Tampons oder sonstiges in die Vagina eingeführt werden.

Weiters ist diese Geschichte ein Mythos, denn was würde mit Nicos Penis passieren? Der würde bei so viel Trouble erschlaffen, kleiner werden und rausflutschen.

2. Vagina = das gesamte weibliche Geschlecht

Umgangssprachlich wird oftmals das ganze weibliche Geschlechtsorgan gemeint, wenn von der Vagina oder der Scheide gesprochen wird. Richtig ist jedoch, dass nur der innere Muskelschlauch als Vagina oder Scheide bezeichnet wird. Das äußere weibliche Geschlechtsorgan wird Vulva genannt.

3. Die Vagina kann bei zu viel Sex ausleiern

Die Vagina wird vom Beckenbodenmuskel umschlossen. Beim Geschlechtsverkehr passt sich die Vagina dem Penis an und umschließt ihn, danach zieht sie sich wieder zurück. Das passiert immer, egal beim wievielten Mal Sex oder wie groß der Penis ist. Der Beckenbodenmuskel spielt dabei eine wichtige Rolle, den dieser sorgt dafür, dass die Vaginalwände immer wieder in ihre „Ausgangsposition“ zurückkehren.

Eine Geburt ist für die Beckenbodenmuskulatur eine enorme Herausforderung und Strapazierung. Um die Beckenbodenmuskeln zu stärken ist nach und auch vor einer Geburt Beckenbodenmuskeltraining sehr wichtig.

4. G-Punkt Stimulation führt bei jeder Frau zum Orgasmus

Der sagenumwobene G-Punkt sorgt seit Jahren für Aufregung. Ist er nun der Punkt, an dem man drückt und die Frau kommt zum Orgasmus? Auch wenn sich dies viele Menschen wünschen würden, wissen wir Frauen, dass es so einfach dann doch nicht ist.

Der G-Punkt, nach dem Gynäkologen Gräfenberg benannt, ist eher eine G-Zone als ein Punkt. Dieser liegt zwei bis fünf Zentimeter vom Scheideneingang entfernt in der vorderen Vaginalwand. In dieser Zone fließen auch viele Punkte der Klitoris zusammen. Den die Klitoris besteht nicht nur aus der sichtbaren Perle, sondern ihre Schenkel verlaufen im Inneren bis zur Vagina.

Viele Frauen finden die Stimulierung der G Zone als lustvoll, andere müssen dadurch dringend auf die Toilette. Durch die Nähe der Blase, kann durch die Stimulation der G-Zone ein Harndrang hervorgerufen werden.

Blume wird mit Finger berührt
Mythos über die G Punkt Stimulation (Foto: Pexels)

5. Die Vagina ist passiv beim Geschlechtsverkehr

Der Penis dringt ein und die Vagina lässt einfach geschehen – falsch. Denn die Vagina hat eine aktive und aufnehmende Aufgabe beim Geschlechtsverkehr. Wenn eine Vagina erregt wird, wird sie feucht und die Vaginalwände werden weicher und elastischer. Dabei zieht sich die Gebärmutter 1-2 cm zurück, um mehr Platz in der Vagina zu schaffen. Diesen Vorgang nennt man Tenting.

Beim Geschlechtsverkehr kann die Frau mit ihrem Beckenbodenmuskel, der die Vagina umgibt, spielen. Es verändert sich das Gefühl des Geschlechtsverkehrs, ob der Beckenbodenmuskel angespannt oder entspannt ist. Wenn Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten, kann dies auf einen angespannten Beckenbodenmuskel hindeuten.

 

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6. Jungfernhäutchen reißt ein und blutet

Der Mythos, welcher besagt, wenn das „Jungfernhäutchen“ einreißt und blutet, hatte die Frau vorher keinen vaginalen Sex bringt bis heute viele junge Mädchen und Frauen in Gefahr.

Gleich hinter der Scheidenöffnung befindet sich eine ringförmige Schleimhautfalte, die sich wie ein Kranz um die Scheidenwand legt. Das ist das Hymen oder auch Schleimhautkranz genannt. Jedes Hymen sieht anders aus. Das Hymen ist flexibel und dehnt sich mit der restlichen Scheide mit, auch beim Geschlechtsverkehr.

Wenn größere Schmerzen beim ersten Mal Vaginalsex auftreten, sollte man sofort aufhören und dort weitermachen, wo es noch lustvoll war. Die Schmerzen haben nichts mit dem Schleimhautkranz zu tun, sondern oftmals damit, dass der Beckenbodenmuskel sehr angespannt ist.

Im Übrigen kann keiner, außer die Frau selbst, wissen ob sie schon vaginalen Geschlechtsverkehr hatte oder nicht. Auch kein*e Gynäkologe*in.

7. Vaginaler Orgasmus – der bessere Orgasmus

Die Orgasmen fühlen sich oftmals unterschiedlich an. Wenn du beispielsweise am Rücken liegst, fühlt sich der Orgasmus anders an, als wenn du am Bauch liegst. Wenn du durch die Stimulation der Vagina zu einem Höhepunkt kommst, fühlt sich das anders an, als wenn nur die Klitoris stimuliert wird. Dabei gibt es keinen besseren oder schlechteren Orgasmus. Jeder ist toll und sollte mit Genuss ausgeschöpft werden.

Wenn du den Wunsch verspürst, deine Wahrnehmung in der Vagina zu verbessern, hast du die Möglichkeit, dich mit deiner Vagina auf eine Bewusstseinsreise zu begeben. Diese Reise nennt sich „Vaginabewusstsein“. Das heißt, du machst dir immer wieder deine Vagina bewusst und spürst in sie hinein.

Dabei ist es auch ratsam, deine Vagina mit den Fingern zu erkunden und genau hinzuspüren. Wie fühlt sich das an? Am Anfang wird es nicht sehr erregend sein, mit der Zeit und durch Übung wirst du lernen, die Berührungen in der Vagina erregender zu empfinden. Wenn du lernen möchtest wie du einen vaginalen Orgasmus erreicht, empfehle ich dir das Buch von Dania Schiftan: In 10 Schritten zum Orgasmus.

Der weibliche Intimbereich wurde lange tabuisiert. Mit dem richtigen Wissen über unseren weiblichen Schoßraum lernen wir mehr und mehr darüber zu sprechen und somit zu enttabuisieren.

Lustvolle Grüße Claudia

 

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